#198 Nachhaltig bauen - aber wie? feat. Christiane Roth

Shownotes

Dass wir in der Baubranche dringend umdenken und aktiv gegensteuern müssen, ist nicht neu. Denn wir verursachen bis 2050 vermutlich doppelt so viele Emissionen im Bauwesen wie heute. Was können wir tun und gibt es überhaupt noch Hoffnung? Wir haben heute die Energieeffizienz-Expertin Christiane Roth bei uns zu Gast.

Mit ihr unterhalten wir uns heute unter anderem über die aktuelle Lage der Baubranche und darüber, was wir tun können, um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Uns interessiert besonders: Wo seht ihr die größten Potenziale in Sachen Nachhaltigkeit in der Baubranche? Und folgt uns gerne, um keine zukünftigen Episoden zu verpassen. Viel Spaß beim Zuhören!

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Global Podcast.

00:00:05: Nachhaltigkeit ist heute wichtiger denn je!

00:00:07: Auch im Bauwissen ist eine nachhaltige Denkweise endlich nicht nur angekommen, sondern mittlerweile fest verankert.

00:00:14: Aber wie geht man das ganze Ende Bauprosch am besten an?

00:00:17: Und was heißt überhaupt nachhaltig

00:00:19: bauen?!

00:00:20: Diese und weitere Fragen klären wir heute gemeinsam mit unserem Gast Christiane Groht.

00:00:25: Sie ist Expertin für Energieeffizienz und Mitglied der Bayerischen Ingenieure Kammerbau Und deswegen freut es mich sehr, dich heute hier beim Blueball Podcast begrüßen zu dürfen.

00:00:34: Liebe Christiane, schön dass du da bist!

00:00:36: Ja vielen Dank, ich freue mich auch, dass ich heute hier sein kann.

00:00:50: Hallo und herzlich willkommen zum Blueball podcast der Podcast rund um das Thema Bau.

00:00:56: Ich bin froh, dass du dabei bist.

00:00:58: Los geht's!

00:01:00: Christiane stelle ich doch kurz mal vor wer bist Du und was machst Du?

00:01:06: Ich heiße Christiane Roth, bin Bauingenieure mit Leidenschaft.

00:01:09: Ich habe zwei fast erwachsene Kinder und bin energieeffizierte Expertin- und Baubiologin.

00:01:16: Das ist so ein bisschen exotischer Bereich im Bauingenieurwesen.

00:01:20: Was macht eine Energieeffizienzexpertin?

00:01:22: Die kümmert sich eigentlich alles was mit Energieverbrauch zu tun hat also um Gebäude, um Anlagentechnik, um Erzeugung unterstellt Konzepte für Bauherrinnen und schaut, wie sie also langfristig mit der Energie die Sie zur Verfügung haben ordentlich umgehen.

00:01:40: Seit zehn Jahren mache ich das selbstständig.

00:01:43: Ich habe ein Büro zusammen mit einer Partnerin, die ist Architektin ja und da versuchen wir uns also durch diesen Dschungel durchzukämpfen.

00:01:53: Ich setze mich schon seit vielen Jahren eben für dieses Thema ein nicht nur beruflich sondern auch privat Und bin deswegen auch seit Beginn dieses Jahres als Vorstand beim nachhaltigen Unternehmensnetzwerk Baum-EV tätig und versuche mich da also nochmal von der anderen Richtung einzubringen, um die Nachhaltigkeit ganzheitlich noch schneller voranzubringern.

00:02:19: Super!

00:02:20: Das sind tolle Vorhaben und finde ich auch dein Engagement sehr bemerkenswert.

00:02:24: Du hast jetzt auch gesagt du bist Baubiologin.

00:02:27: Jetzt können wir natürlich die Begriffe, Baubio-Ingenieur, Architekt.

00:02:31: Was macht denn aber genau ein Baubiologe eine Baubiologin?

00:02:35: Also ne Baubiólogin da kommt quasi der Bau und die Biologie zusammen Und Biologie im Sinne von Gesundheit.

00:02:46: also die Baubihologen kümmern sich mit... Also im Bauwerk.

00:02:51: das Bauwerk hat ja einen Gesundheitsaspekt.

00:02:54: also erstens schützt es uns vor Feuchtigkeit, also Regen ist schützungsvoll Hitze vielleicht im Moment nicht so ganz optimal und auch vor Kälte.

00:03:04: Und dann verbauen wir dort Materialien die einen Effekt auf unsere Gesundheit haben.

00:03:10: Wenn wir jetzt mal ganz klassisch an Asbest denken, das ist ein Baustoff der ja verwendet wurde.

00:03:15: Weil er sehr einfach zu verarbeiten war.

00:03:18: aber im Nachhinein hat sich herausgestellt wenn wir diese Stolbe einatmen dass es sehr gesundheitsschädlich ist und das ist genauso Baubiologie.

00:03:27: dahin geht's auch um magnetfelder elektrische Felder also wenn Leitungen Also elektrische Leitungen haben ja Magnetfelder und manche Leute reagieren dort sensibel.

00:03:40: Und das wäre auch so ein baubiologisches Thema, dass man zum Beispiel im Schlafzimmer abgeschirmte Leitung verlegt oder eben Netzfreischalter einbaut werden.

00:03:51: Wen das interessiert?

00:03:52: Ich glaube der muss sich dann nochmal ganz speziell informieren.

00:03:56: aber dieses Thema kürztes zu bauen und diesen gesundheitlichen Aspekt also auf jeden Fall dazu

00:04:04: Ja, interessant.

00:04:05: Und wie kommt man zu Baubiologie?

00:04:08: Ist das nochmal eine separate Ausbildung oder Fortbildung?

00:04:13: Braucht man da Grundlagen... Oder braucht man da allgemein auch eine Ausbildung aus dem Bauingenieur oder als Architekt?

00:04:19: Wie kommt man denn zu diesem

00:04:21: Beruf?

00:04:21: Wie kommen wir dazu?

00:04:22: also alles beginnt ja immer mit einem persönlichen Interesse so dass man sich einfach für diesen Aspekt Gesundheit interessiert.

00:04:30: Und gerade die Handiestrahlungen oder diese Funkstrahlung sind ja auch oft im Fokus, dass man sagt Ja, man möchte keinen Masken direkt neben sich haben.

00:04:41: Aber man möchte trotzdem das gut funktionierende Netz haben.

00:04:45: Ich möchte in meinem gesamten Gebäude Smart Home haben aber die elektromagnetischen Strahlungen möchte ich auch wieder nicht haben.

00:04:52: Also es gibt so Aspekte, die sich einfach immer mit dem Bauen zusammen entwickeln Und da ist die Baubiologie schon ein Spezialthema.

00:05:03: Wenn man einen das interessiert, also es ist eine längere Ausbildung beim IBM.

00:05:11: Das ist ein Institut, die sich kümmern und dann lernt man alles von diesen elektrotechnischen Themen bis hin aber auch zu natürlichen Baustoffen, Leben, Kalkfarben ... Also alles dahingehend.

00:05:28: Es ist ein sehr Riesenthema, man kann sich da mit nur beschäftigen oder ausschließlich oder man nimmt es einfach immer ein bisschen mit um die Bauherrinnen zu sensibilisieren.

00:05:43: All right!

00:05:44: Dass die globale Lage seit Jahrzehnten fatal ist.

00:05:48: also rund um das Thema Umwelt haben wir ja immer wieder stand.

00:05:53: heute also wir haben jetzt August Mitte August zwanzig sechsundzwanzig Und wir haben sie jetzt in den letzten Wochen und merken es immer noch gemerkt.

00:06:04: Es regnet kaum, Dürre Waldbrände in unseren Nachbarstaaten sogar noch mehr als hier bei uns.

00:06:13: Das alles hat natürlich eine gewisse Auswirkungen auch auf die Wirtschaft.

00:06:18: Die Baubrosche betrifft das ja letztendlich nicht auch und sie ist mit unterm auch einer der Ursachen.

00:06:26: Jetzt habe ich da auch eine Zahl und zwar haben wir jetzt rein rechnerisch, auch am dreißigsten Juli bereits unser jährliches Ressourcen-Bitschi aufgebraucht.

00:06:34: Und in Deutschland sogar schon im Mai!

00:06:36: Vielleicht kannst du noch damals ein bisschen darauf eingehen.

00:06:39: warum ist das so?

00:06:40: von welchem ja Ressoursen-Bitchi sprechen wieder überhaupt?

00:06:44: Gib uns doch mal ein bisschen da einen Einblick dahinter.

00:06:48: Ja, du hast gerade diesen Global Earth Overshoot Day angesprochen.

00:06:53: An dem Tag haben wir die Ressourcen, die uns in diesem Jahr zur Verfügung stehen aufgebraucht.

00:07:01: und warum können wir eigentlich mehr verbrauchen?

00:07:04: Na ja weil die Erde uns in vielen Millionen einfach ressourcen zur Verfügung gestellt hat oder ressourzen produziert hat die wir verbrauchen können, aber wir sollten uns da wirklich einen Rahmen setzen.

00:07:20: Und wir haben uns angewöhnt, wenn ... Wir leben in einer Region der Welt, in der wir uns alles leisten.

00:07:27: Typisch wäre jetzt das Thema Fliegen.

00:07:29: man muss sagen dass achtzig bis neunzig Prozent der Weltbevölkerung noch nie geflogen sind.

00:07:36: Also wir leben auf sehr, sehr großem Fuß und haben uns wirklich da angewöhnt dass wir uns alles nehmen was wir haben wollen.

00:07:45: Und wir machen uns da langfristig im Moment einfach meiner Meinung nach viel zu wenig Gedanken.

00:07:51: Unser luxuriöser Lebensstil, den müssen wir ja nicht abgeben aber wir sollten uns einfach mehr Gedanken drüber machen was wir da machen.

00:08:00: und wenn man es sieht also weltweit war er dieser Global Overshoot Day am dreißigsten Juli Aber hier in Deutschland schon am zehnten Mai.

00:08:12: Das heißt, wir leben auf riesengroßen Fuß.

00:08:14: Wir bräuchten einig die Ressourcen, wenn man es weltweit betrachtet von eins komma sieben drei Erden also Wahnsinn und die Baubrosche hat natürlich da tatsächlich wirklich einen großen Anteil dran.

00:08:29: Also das geht also im Prinzip und es war ja auch deine Frage, was geht's da?

00:08:34: Es geht immer um diesen CO²-Ausstoß.

00:08:36: Um CO² ist ein bisschen schwierig zu verstehen, was sind jetzt hundert Millionen Tonnen oder was sind... Was ist denn eine Gigatonne?

00:08:46: Man kann das umrechnen in Grad Temperaturerwärmung Und da können wir vielleicht später, wenn du noch eine Frage dann kreierst, da nochmal ein bisschen genauer drauf eingehen wie man das so ein bisschen miteinander kombinieren kann.

00:09:05: Bevor wir zu dem Thema kommen, wie groß ist denn der Einfluss?

00:09:09: Der Baubranche?

00:09:12: also man hat ja immer meine letzte Zahl war ja okay, CO-Zweihemissionen, dafür ist die Baubrosche verantwortlich.

00:09:22: Also Braubroschen inklusive auch Ausführung aber auch Produktion und so weiter also den Materialien das Bauern dann an sich aber auch das Zuliefern von Materialien ganze Montage.

00:09:35: Also, ist schon eine Menge für die Bauprosche.

00:09:39: Es ist immer noch so haben wir uns da verbessert.

00:09:41: vielleicht kannst du da nochmal ein bisschen Aktualität reinbringen.

00:09:45: Ja, also das mit den Prozenten ist ja immer ein bisschen schwierig.

00:09:49: Weil die einen rechnen mal so und dann gibt es auch immer diese ganz vielen verschiedenen Monitorinnen Berichte.

00:09:59: ich habe damals ein bisschen des recherchiert weil es heißt ja immer wir sind die allergrößten Emissions Produzenten.

00:10:08: Und was ist BBSR?

00:10:12: Also es macht die Abkürzung mal nachher vielleicht nochmal kurz erklären.

00:10:17: So zusammen fasst, dass wir dreiunddreißig Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen durch die Nutzung und den Betrieb der Gebäude entsteht.

00:10:27: Da hat das BWSR-Zwanzigzwanzig zum Beispiel den Gebäudestrom mitgenommen und nicht nur die Heizung.

00:10:35: Und in sechsundzwanzzig wurden dann mal andere Zahlen veröffentlicht.

00:10:39: da waren es dann plötzlich weniger Prozente.

00:10:41: Dann haben sie aber den Gebäusestrom weggelassen.

00:10:44: Also man muss sagen, dass weltweit eine Studie im Nature jetzt gezeigt hat.

00:10:50: Dass die Baubrosche in zweizigfünfzig bis zu fünfzig Prozent der weit walten CO-Zweihemissionen verursacht.

00:11:00: und ich glaube da ist dann alles mit ihnen begriffen.

00:11:03: Und ich denke dahin dürfen wir einfach nicht kommen bzw müssen alle Anstrengungen erbringen.

00:11:11: das wird zwar weiterhin die Anzahl der Bauprojekte durchführen können, aber einfach in dem Rahmen die Ressourcen schonen.

00:11:21: Weil wir einfach viel zu viele neue Ressoursen verbrauchen und gleichzeitig auch die zwei CO-Zweihemission des Verbrauchten Energiebedarfs reduzieren.

00:11:32: Und da spielen natürlich die erneuerbaren Energien eine große Rolle weil sie liefern uns sehr viel Energie ohne zusätzlich CO² auszustoßen.

00:11:45: Okay, jetzt hast du von ja fünfzig Prozent gesprochen.

00:11:49: Also das ist ja wirklich sagen wir bis zwei Fünfzig sogar fast eine Verdoppelung der CO-Zwei Emissionen.

00:11:58: was sind denn in den Bauwesen die größten Treiber für die Emission?

00:12:04: Also auf der einen Seite haben wir das Bauen an sich was viele Ressourcen verbraucht und dann haben wir aber den Gebäudebetrieb Und das ist mit der größte Faktor, also was wir in dem Gebäude einfach fürs Heizen, fürs Kühlen und allgemein fürs Nutzen verbrauchen.

00:12:23: Da haben wir ja schon Hebel um die CO-Zweihemissionen zu senken.

00:12:32: Was haben wir denn für Hebel?

00:12:33: Also klar, wir ressourcen schoner oder erneuerbarer Energien.

00:12:38: mit Sicherheit auch ein Fakto, dass die Umwelt zu nutzen, dass wir halt Energie aus Sonne, Wind und Wasser produzieren können.

00:12:47: Zum Beispiel ja was sind denn Hebel wo wir es noch besser machen können oder wo wir ansetzen können?

00:12:55: Also der allergrößte Hebel ist eigentlich das Heizen.

00:12:58: also hier steht uns einfach schon alles zur Verfügung was wir brauchen.

00:13:03: Und da sind wir beim klassischen Reizthema wärme Pumpe.

00:13:07: Ich denke, es ist einfach inzwischen mit den auf dem Markt verfügbaren Produkten möglich fast alle Gebäude also einen kleinen Prozentsatz bleibt übrig aber fast alle gebäude einfach kosten und CO zwei effizient zu beheizen Das ist einfach inzwischen Fakt.

00:13:32: und dass wir die anderen Heizsysteme weiteilen einbauen dürfen.

00:13:37: Das ist ja gar nicht schlimm, aber wenn wir auf Kosten kosten und nutzen schauen dann ist die Wärmepumpe einfach das Beste was es im Moment gibt.

00:13:49: Es ist ein großes politisches Thema.

00:13:54: Meist mal noch das GEG von damals oder jetzt glaube ich auch wieder von der jetzigen Regierung wieder ein bisschen abgestoßen.

00:14:01: Man hat versucht, ein neues Gesetz hier wieder so ein bisschen mit auf den Weg zu geben.

00:14:06: Gut also das ist auf jeden Fall ein Punkt.

00:14:11: Siehst du noch andere Hebel die im Bauwesen gemacht werden können?

00:14:16: Also neben den Heizen gibt es noch andere Punkte wo man ansetzen kann.

00:14:21: Also, heizen quasi Thema schnelle Möglichkeit auch natürlich.

00:14:26: Dann auch weitere schnelle Möglichkeiten ist das jeder seine Flächen nutzt die er hat für die Erzeugung erneuerbaren Stroms.

00:14:35: Man muss sagen dass wir immer stromlastiger werden sowohl im Heizen in Kühlen Thema ganz wichtig jetzt dann aber auch in der Mobilität.

00:14:43: Das heißt Wir müssen einfach so viel Strom wie es nur geht Regen erzeugen und zwar aus erneuerbaren Ressourcen, sprich der Sonne.

00:14:53: Also da Überproduktion wird es in Unmengen geben aber das ist in dem Fall nicht wichtig weil auch diese Überproduktion einfach keinen CO-Zweih ausstößt.

00:15:04: also diese zwei Sachen.

00:15:05: und dann haben wir natürlich den Gebäudesanierungssektor noch.

00:15:11: Gebäude verbrauchen durch ihre baulichen Strukturen oder auch ihr Alter vielleicht viel mehr Energie als erforderlich und immer dann, wenn sowieso Sanierungen anstehen.

00:15:24: Das ist ja so ein typischer Bauingenieurbegriff.

00:15:27: Sowieso Sanierungen also Sanierung die jetzt anstehend aufgrund vielleicht von Instandhaltungsmaßnahmen immer kombiniert werden mit energetischen Verbesserungen.

00:15:40: Dafür gibt sie auch Förderung, immer ein separates Thema.

00:15:44: Aber da wird man tatsächlich auch unterstützt.

00:15:46: und wenn jetzt zum Beispiel einfach ein Anstrich ansteht von einem Gebäude... Man hat sich überlegt okay es ist wirklich an der Zeit das wir einen Anstruch machen dann wird ja eigentlich Rüst aufgestellt.

00:15:59: Da wird Farbe verbraucht, da wird vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle der Putz ausgebessert.

00:16:06: Und diese Kosten, die da entstehen, die habe ich ja auf jeden Fall.

00:16:10: Wenn ich jetzt gleichzeitig noch überlege inwieweit kann ich denn meine Fassade energetisch verbessern?

00:16:17: Reicht vielleicht das Aufbringen von einem Dämputz statt eines regulären Putzes oder gehe ich wirklich eine Großmaßnahme an und verbessere die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem.

00:16:30: Da wäre natürlich schön, wenn wir auch nicht auf fossile Materialien oder fossile basierte Materialien zurückgreifen sondern auf natürliche Rohstoffe.

00:16:42: Aber das ist noch ein bisschen schwierig, ja so ein Finanzthema.

00:16:47: Aber dann einfach die Fassade gleichzeitig mit der sowieso anstehenden Instandsetzungsmaßnahme zu kombinieren und langfristig eben hier Energie einzusparen.

00:17:00: Also Fenster machen die Leute jahrelang schnell weil sie optisch nicht mehr gefallen.

00:17:04: Da geht es auch mit dem aber da ist es einfacher.

00:17:08: Die Fassada ist ein bisschen schwieriger.

00:17:10: gerade da könnte man Schon von der politischen Seite, das gab es ja mal jetzt nicht im Rahmen von baulichen Gebäudesanierungen aber anderen eine Art Beratungsverpflichtung einbauen um einfach auch die Optionen zu zeigen.

00:17:27: Es muss ja daraus keine Verpflichtung in der Umsetzung entstehen Aber einfach in der vorhergehenden Situation Die Beratung damit einzubauen dass jeder einfach ganzheitlich informiert wird, was denn jetzt möglich ist?

00:17:43: Also Thema Gebäude.

00:17:45: Ganz klar.

00:17:47: Kritiker würden mit Sicherheit sagen, jede Investition in Nachhaltigkeit, in Energieeffizienz erfordert Investitionen kostet etwas und vielleicht sagen die auch okay es ist teurer als bisher so zu waren wie wir es gewohnt waren.

00:18:06: oder brauche ich die Sanierung wirklich?

00:18:10: Wie begegnest du denn diesen Kritikern, die sagen okay hey nachhaltig bauen bedeutet auch höhere Investitionen.

00:18:16: ist es wirklich so?

00:18:18: und ihr Sanierungen kosten am Anfang auch erst mal Geld.

00:18:22: Wie stehst du den ganzen Thema gegenüber?

00:18:24: Und wie begegnst du diesen Kritikaner?

00:18:27: Genau, also die Kritiker sind manchmal nachher, die dies am besten umsetzen.

00:18:32: Kann man schon mal von weg sein?

00:18:34: Die, die am kritischsten am Anfang sind, wenn man die mit den richtigen Argumenten überzeugt, sind es die, die nachher wirklich vielfältig und umfangreich umsetzten.

00:18:44: Also das kritische Herangehen ist eigentlich kein schlechtes Herangeben.

00:18:48: Man muss einfach schauen was habe ich denn... Was hab' ich...?

00:18:54: Und wo möchte ich hin und mit welchen finanziellen Mitteln?

00:18:58: Bei der Gebäudesanierung spielt eben diese Entstandhaltung eine große Rolle.

00:19:05: Das heißt, wenn ich Instandhaltungen habe dann schaue ich dass sich auch energieeffizienzmäßig da noch ein bisschen was drauf packe.

00:19:13: und die Kritiker kann man schon ein bisschen damit besänftigen.

00:19:17: ihnen sagen das diese Mehrkosten die durch die energetischen Sachen entstehen durch Förderung schon abgefedert werden.

00:19:27: Also es ist aber ein großer Unterschied, ob wir von selbst genutztem Eigentum sprechen oder um vermietetes Eigentom.

00:19:35: Das ist der Fakt da in vermietetem Eigenturm.

00:19:41: Ist es schwierig energetische Maßnahmen zu platzieren?

00:19:49: Ja, der Wirtschaftlichkeitsaspekt eine Rolle spielt.

00:19:53: Die Mieten können nicht dementsprechend erhöht werden was das vielleicht für Kosten ist.

00:19:57: aber ich bin ja auch verpflichtet eigentlich im Gebäude in Stand zu halten und Instandhaltungsrücklagen sollten umfangreich auch für energetische Maßnahmen da sein.

00:20:10: Im Neubau ist es ein bisschen anders.

00:20:13: die Verpflichtung zum energetisch oder in energieeffizienten Bauen besteht ja schon seit, neunzehn und siebzig.

00:20:22: Also wir reden da nicht von Vorgästern sondern schon dort wo die damals wurde die erste Wärmeschutzverordnung erlassen.

00:20:31: das heißt auch im Bestand dass wir seit siebenundsiebzig eigentlich eine relativ gleichförmige energetische Gebäudestruktur haben.

00:20:42: also Gebäude Neubau haben wir jetzt auch die Gesetzesvorgaben, die sich ja schon längere Zeit nicht mehr verändert haben.

00:20:51: Also gesetzlich sind wir auf einem ganz ordentlichen Zustand.

00:20:56: es ginge natürlich auch besser um.

00:20:58: wer besser bauen will der möchte meistens in diese Fördertematik Neubauer ein.

00:21:06: Ja wie überzeugt man Neubao oder Bauherren die Neubauen von energieeffizienten besser machen als vielleicht erforderlich.

00:21:16: Das ist tatsächlich ein bisschen ein schwierigerer Aspekt, weil einfach die Investitionen allein in den Neubau schon sehr hoch sind zurzeit.

00:21:28: Die tun sich mit den energetischen noch besseren Sachen schwer.

00:21:33: Jetzt haben wir ja wieder kurzfristig einen Förderprogramm was das effiziente Neubauen ein bisschen unterstützt.

00:21:43: Aber da tue ich mich ein bisschen schwer, wenn man dann wirklich Richtung diese Null-Energiehäuser gehen muss.

00:21:50: Die dann durchzusetzen?

00:21:54: Jetzt hatten wir relativ am Anfang vom Gespräch das Thema mit dem CO² pro Kopf Tonnen.

00:22:02: Es ist immer sich bisschen schwierig was darunter vorzustellen.

00:22:06: Ist aber jetzt wichtig für die Ausgrundlage für die nächste Frage oder geht es auch so ein bisschen darum?

00:22:10: ja was kann denn jeder Einzelne tun um ein kleines... Aber wichtiges Stück auch beizutragen.

00:22:15: Da kannst du uns mal das Thema CO²-Tonne ein bisschen verbildlichend erläuternd darstellen, was können wir uns denn darunter vorstellen?

00:22:25: Also ich habe mir da mal so ein Beispiel überlegt und ich hoffe dass es so ein bisschen verständlich wird.

00:22:32: Wir haben hier einen verbleibendes CO² Budget, was ungefähr dieser?

00:22:42: Und das sind ungefähr hundertsiebzig Gigatonnen CO².

00:22:48: Was ist eine Gigatonne, wenn man das ein Kilo umrechnet?

00:22:51: Das wären zwölf Nullen!

00:22:53: Also das schon relativ viel.

00:22:56: und wenn wir jetzt... Jetzt schauen wir uns mal den Gebäudesektor in Deutschland an.

00:23:01: der verbraucht jährlich ungefähr hundert drei Millionen Tonnen CO₂.

00:23:08: Jährlich Und das sind Null, zero sechs Prozent dieses gesamten weltweiten Restbudgets.

00:23:19: Und es ist einfach nur das was in Deutschland der Gebäudesektor verbraucht.

00:23:24: die Prozentsage.

00:23:25: Die scheint jetzt zwar niedrig aber das ist jährlich und wir haben ja nicht mehr so viel Zeit und dass dieses Restbudget ist quasi für uns gesamt.

00:23:36: Das heißt Wir müssen wirklich schauen diesen Anteil total runterbringen, am besten auf null.

00:23:44: Weil es gibt andere Sektoren die einfach nicht so schnell reagieren können.

00:23:50: also das ist mal so ein Gefühl für diese Gigatonnen und Millionen Tonnen CO-Zwei an globalem Budget, den wir noch haben Und wir sind quasi jährlich a Null Komma Null sechs Prozent der Erderwärmung auch mitbeteiligt.

00:24:10: Muss man so sagen, also das was quasi da an diesem Fünf Rest Ziel übrig bleibt für uns und wie kann man da jetzt ein bisschen aus dem eigenen Handwerkskasten mithelfen?

00:24:25: Das sind ja ganz viele Sachen, die es eigentlich aktuell schon gibt.

00:24:29: Also wenn wir einfach unsere Heizenergie runterbringen, das würde an der einen Seite bedeuten, wenn wir noch fossile Heizungen haben, dass wir die einfach mal ordentlich einstellen.

00:24:42: Das kostet uns eigentlich gar nichts!

00:24:44: Einfach mehr in den Heizungskeller zu gehen und die Heizung auf reinen Sommerbetrieb umzustellen, dass sie einfach im Sommer nicht läuft... Die meisten Leute drehen ihre Thermostate ja im Sommer zu und würden gar nicht bemerken, dass die Heizung bei zwölf Grad Außentemperatur oder vielleicht sogar bei fünfzehn Grad durchschnittstages-Außentemparatur läuft.

00:25:06: Obwohl die Sonne scheint!

00:25:08: Also das sind so Themen, die werden meiner Meinung nach noch viel viel viel zu selten behandelt weil sie einfach uns gar nichts kosten und sofort umsetzbar sind.

00:25:19: Dann, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dass man die Heizung austauscht natürlich sofort auf CO² niedrige CO² Emissionen im Verbrauch setzen und das ist dann da klassischerweise wieder die Wärmepumpe.

00:25:34: Wenn die gar nicht geht haben wir auch andere Optionen.

00:25:38: und wenn zum Schluss doch gar nichts mehr anderes geht, dann bleibt ja die klassische Heizsysteme bleiben vorhanden.

00:25:48: unbedingt umsetzen sollte, ist PV-Strom selber produzieren.

00:25:53: Im Groß oder Klein oder Mini oder Mikro völlig egal einfach machen.

00:25:58: und was mir auch immer so ein persönliches Anliegen ist in diesem Bereich wir haben einfach noch eine riesengroße Menge an Stromverschwendung da.

00:26:09: also wir verschwenden einfach noch so viel für Dinge die wir gar nicht brauchen.

00:26:14: Standby-Geräte haben ja durch die Ökodesignrichtlinie Vorgaben bekommen.

00:26:20: Nichtsdestotrotz das kleine Lämpchen muss auch nicht brennen!

00:26:24: Dann in der Küche, das ist immer so mein klassisches Thema ich brauche nicht an jedem Gerät ein Display was mir die Uhrzeit anzeigt es reicht eine.

00:26:33: also dass es relativ schwierig mal Geräte zu finden die keine Anzeige haben macht sein dann in der Entscheidung wieder leichter was zu kaufen, wenn man nicht unter hundert Geräten auswählen muss.

00:26:46: Und auch die klassische Ach ich habe im Kölner noch einen zweiten Kühlschrank, den benutze ich manchmal, wenn ich dann Freunde einladen zum Getränk die kühlen.

00:26:55: Ach ja aber der läuft immer!

00:26:58: Das ist auch so ein Klassiker das braucht kein Mensch... Der Kühl schrank ist in wenigen Stunden kalt.

00:27:04: Wenn ich Freunde einlade kann ich es auch dann einfach einschalten.

00:27:09: Und jetzt haben wir ja die Reparaturpflicht bekommen.

00:27:14: Da bin ich auch mal gespannt, wie es sich das ein bisschen durchsetzt und auch diese Verpackungsthematik.

00:27:22: Bin ich auch einmal gespannt inwieweit sich das dann CO² technisch auswirkt wenn verschiedentlich Verpackungen verboten werden?

00:27:31: Und auch, ja ... Der Anfang war der festhängende Deckelstand überall hinter Presse.

00:27:38: Dass man dahin auch noch mal schaut und dann, wie heißt es?

00:27:41: Gebraucht kaufen statt neu!

00:27:43: Das wären jetzt meine ganz persönlichen Tipps da CO-Technisch und Energietechnisch sich zu verbessern.

00:27:52: Also das ist so ein Aufruf für jeden, der eine Wohnung im Haus hat wenn ich jetzt ein komplett neues Haus bauen möchte.

00:28:02: Also ich bin jetzt ein Bauherr.

00:28:05: Inwieweit denkst du, muss ich denn da jetzt als Bauherrer anders planen?

00:28:10: Als wie zum Beispiel vor etwa zehn, zwanzig Jahren.

00:28:13: Was hat sich denn in der Zwischenzeit geändert und wo herrscht mehr Pflichtbewusstsein auch?

00:28:23: Also worauf sollte ich achten?

00:28:25: In erster Linie baue ich für mich.

00:28:27: Und das muss man sagen, also beim Bauen ist es etwas sehr Individuelles.

00:28:33: von den Vorgaben die von meiner Seite kommen ist immer das eine dass sich möglichst wenig Heizwärme brauche.

00:28:40: da sind wir auf einem sehr guten Weg.

00:28:44: Auf der anderen Seite natürlich auch, dass die Gesetzesvorgaben eingehalten werden.

00:28:50: Und was jetzt ganz aktuelles Thema ist, ist der Hitzeschutz.

00:28:56: Klassische Themen sind schon.

00:28:59: die Fragen kommen.

00:29:01: Muss ich denn jetzt am Dachfenster noch ein Rollo einbauen?

00:29:04: Der Außen liegt und dann sagt man Ja!

00:29:06: Weil wenn es heiß ist, dann ist der außen liegende Sonnenschutz der Einzige, der die Hitze draußen hält.

00:29:13: Der nächste Punkt sind Daches, dann ja wieso müssen wir denn jetzt da unbedingt noch zwölf Zentimeter Dämmung drauflegen?

00:29:19: Wir über erfüllen doch die gesetzlichen Vorgaben schon lange.

00:29:24: und dann muss man einfach argumentieren mit dem sommerlichen Wärmeschutz.

00:29:28: War das letztes Jahr tatsächlich noch vergleichsweise schwierig?

00:29:33: Ich glaube dass es jetzt einfacher wird weil diese Hitze, die wir diesen Sommer hatten In keinem Verhältnis zu dem Stand, was bisher da war.

00:29:45: Also auf der einen Seite Thema Wärmelschutz und erneuerbare Energien im Beheizen dann den außen liegenden sommerlichen Wärmschutz und die Dachdämmung Und dann komme ich manchmal auch noch mit so Themen wie Wie liegen denn die Räume in den Gebäuden?

00:30:06: Meine erste Frage ist dann oft, welcher Raum es denn derjenige, der am wärmsten sein soll?

00:30:12: Und dann kommen wir relativ schnell zum Bad.

00:30:16: Dann schauen wir in den Plan, wo liegt das Bad?

00:30:20: und dann stellen die Bauherren eigentlich ziemlich selbstständig fest, oh, liegt ja in der Nordost-Ecke!

00:30:27: Das ist hier eigentlich die kälteste Ecke des Gebäudes.

00:30:31: Okay, also Punkt eins.

00:30:33: Und dann die zweite Frage und welchen Raum möchten Sie eigentlich am kühlsten haben?

00:30:38: Ganz klar immer Schlafzimmer.

00:30:41: Schauen wir wieder in den Plan.

00:30:43: Au, das Schlaf Zimmer liegt im Süden und es hat ja voll die Riesenfenster!

00:30:48: Ja okay, das sind so die Klassiker mit denen man dann gemeinsam mit den Bauherren die Pläne nochmal durchschaut.

00:30:57: oft wird noch mal umgeplant Also, dass dann tatsächlich die Bäder in den Süden rutschen und die Schlafzimmern in den Norden.

00:31:05: Und immer wenn ich diesen Bauherren begegne, dann heißt das war der beste Tipp, den du mir gegeben hast und überhaupt!

00:31:13: Wenn ich mir jetzt vorstelle, in dem Raum wäre mein Schlaf Zimmer, das wär ja Katastrophe.

00:31:19: Da denke ich mir immer liebe Architekten, liebe Bauzeichner macht doch einfach auch mal solche bisschen anderen Vorschläge.

00:31:29: Es muss nicht immer so klassisch dahergegangen werden, weil – und das ist jetzt auch ein Aspekt.

00:31:38: Der kommt jetzt ein bisschen.

00:31:41: Wenn ich einen Neubau vor mir liegen habe, dann spreche ich auch immer an, muss es denn ein wassergeführtes Heizungssystem sein?

00:31:51: Da sind so manche ja und wie funktioniert es sonst?

00:31:55: Man kann auch mit Luft beheizen.

00:31:59: Und da Thema Klimageräte heizen im Winter, kühlen im Sommer!

00:32:06: Da habe ich beides in einem.

00:32:09: Viel wird ja gesagt, mit einer Fußbodenheizung kann man auch kühlen.

00:32:14: Das geht aber nicht so wirklich wie es mit einer Klimaanlage geht weil das ist jetzt ganz klassische Physik.

00:32:21: an keifend Oberflächen schlägt sich die Feuchtigkeit nieder und ich möchte am Fußboten keine Feuchte haben weil dann wird's gefährlich.

00:32:30: Und im Winter hat man das gegenteilige Thema.

00:32:35: Der Fußboden wird mit dem Wärmebedarf, den neue Gebäude haben einfach nicht warm.

00:32:41: Also so wie wir das aus der Nachtsgarjahrgebäude kennen wo man dann die einzelnen Fußbodenschlangen nachlaufen konnte.

00:32:48: Das ist einfach nicht mehr der Fall!

00:32:50: Die Gebäuden haben so einen geringen Wärmepedarf dass die Böden an sich nicht warm werden durch eine Fußbotenheizung.

00:32:57: Und das sind so Themen, die man mit den Bauherren durchgeht.

00:33:01: An Sicht des baulichen energieeffiziente Thema ist immer ein bisschen hinten... Man geht so klassische Sachen durch weil sie für sich bauen.

00:33:10: Sie wollen da drin wohnen und das ist dann schon auch ein bisschen die Baubiologie.

00:33:15: also keine überheizten Schlafräume, keine kalten Bäder Keine mehr gute nasse Fußböden, das wäre jetzt eher Bau-Physik oder klassische Physik.

00:33:28: Also solche Themen nimmt man dann schon im Ganzheitlichen mit und beim Neubau ist es dann oft... also das ist dann schon interessant da hingehend auch mal ein bisschen planerisch miteinzuwirken.

00:33:42: Okay super!

00:33:43: Also da war auf jeden Fall einiges dabei sei es von der Raumgestaltung, sei es vom richtigen Heizsystem von anderen konstruktiven Möglichkeiten.

00:33:52: Also richtig gutes Zeug dabei.

00:33:54: Jetzt machen wir mal einen radikalen Schnitt und zwar gehen wir jetzt mal ein bisschen zum Thema Bayerischen Ingenieurekammer.

00:34:01: Bist ja, habe ich auf LinkedIn gesehen dass du auch Teil von Zusammenschlüssen wie der Bayerische Ingenieurkammerbau oder auch der Baum eigentragenhaft herein bist?

00:34:12: Warum bist du Mitglied bei Bayerischer Ingeniürekammerbau und was machst du da hauptsächlich für Arbeit?

00:34:18: Genau, also die Bayerische Ingenieure Kammerbau ist ja eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist die gesetzliche Bürosvertretung der rund siebeneinhalb Tausend Mitglieder.

00:34:30: Und was mache ich da?

00:34:31: Also ich bringe einfach meine Ideen ein!

00:34:34: Meine Ideen genauso wie ich sie jetzt gerade erzählt habe versuche auch über diesen Kanal der Politik nahezubringen.

00:34:45: Diesen Weg hat man natürlich die Chance, auch mal das eine oder andere mit in ein Gesetz einfließen zu lassen.

00:34:54: Es ist sehr mühsam und es ist natürlich auch immer wieder frustrierend wenn man immer wieder in die gleiche Kerbe schlagen muss oder möchte.

00:35:03: aber da ist man natürlich mit den ganzen anderen, die da aktiv sind, auch ein bisschen hartnäckig Nicht im Sinne von schlecht ungemütlich, aber vielleicht einfach.

00:35:19: Ja die Physik ist halt einfach so und das muss man auch den Politiker manchmal mehrmals erklären dass sich die Einfach auch nicht ändert wenn man meint man möchte es jetzt einfach anders haben.

00:35:34: Und das ist mit der Barischen Ingenieure Kammerbau und dort auch mit der Vertreterversammlung eben möglich.

00:35:43: Und da stehen wir jetzt im Herbst auch wieder Wahlen an.

00:35:45: Das hast du sicherlich auch gesehen, ich habe vor fünf Jahren meine eigene Liste gegründet weil ich mich nicht so ganz gesehen hab in diesen bisherigen Verbandslisten.

00:35:58: die heißt bauen für die Zukunft und ist offen für alle Themen.

00:36:03: also das heißt nicht nur ein nachhaltiges Bauen sondern einfach für die und somit auch die Gesellschaft.

00:36:14: Und deswegen ist es so ganz wichtig, sich da mit

00:36:18: einzubringen.".

00:36:20: Okay sehr stark!

00:36:21: Absolut.

00:36:22: also wenn man etwas bewegen und auch ändern möchte muss man auch aktiv werden und dann halt die entsprechende Interessensgruppe auch wählen.

00:36:29: oder halt der, der mich hier am besten vertritt.

00:36:33: Jetzt gibt's ja noch einen anderen Verein, das war Baum Hat mit sich danach ausgesprochen, wenn ich alle vier Buchstaben berücksichtige.

00:36:42: Eine Bedeutung klären Sie doch mal hier ein bisschen auf.

00:36:46: Genau Baum wurde gegründet in fournachtzig und hat auch so ungefähr siebenhundertfünfzig Mitglieder.

00:36:53: also die Mitglieder sind sowohl Personenmitglieder aber auch Unternehmensmitgliedschaften Und Baum bietet ein Unternehmensnetzwerk, was sich mit nachhaltigen Themen auseinandersetzt.

00:37:08: Also da gibt es zum Beispiel das Thema Wirtschaft pro Klima oder SDG Scouts.

00:37:15: also das sind Auszubildende die sich in Unternehmen dann für die Nachhaltigkeitsthemen einsetzen.

00:37:22: Es gibt die Digitalakademie den digitalen Baum.

00:37:26: dort gibt's vielfältigste Angebote Unternehmen vorzubilden, sich auch über diese Berichtspflichten dies ja gibt zu informieren.

00:37:39: Und es geht in diesem Netzwerk einfach ums Austauschen und sich gegenseitig Ideen liefern gemeinsam in der eigenen Blase sich zu unterstützen.

00:37:49: also wenn man da mal auf einer Veranstaltung ist wir haben im Herbst wieder Jahrestagung das sind wir dieses Jahr in Rust im Europapark Und machen also auch so betreutes Achterbahnfahren, damit die ganzen Unternehmen sich untereinander mal in einem anderen Rahmen kennenlernen.

00:38:06: Aber man weiß okay wir gehen eigentlich alle in den gleichen Richtung und sich da wieder Motivation fürs nächste Jahr zu holen.

00:38:16: Ich darf da auch einen kleinen Impuls halten zum Thema zirkuläres Bauen ... und in einem Patcher-Cutcher Format.

00:38:24: Ich weiß nicht, ob dir das was sagt?

00:38:26: Sag mir was.

00:38:26: ja!

00:38:27: Jede Folie glaube ich nur fünf Sekunden darf gezeigt werden...

00:38:31: Ja, ich glaube über fünfhundertzwanzig Sekunden.

00:38:33: Oder so, ja genau.

00:38:34: Ich bin schon ganz gespannt wie es läuft.

00:38:38: Ja also da ist sowas Innovatives probiert man da dann auch aus und im Rahmen der Leute, die eben da sind ist das meistens auch ganz interessant.

00:38:47: Weil die alle immer nach neuem, nach innovativen, nach ja einfach Bewegung.

00:38:54: Die wollen einfach in Bewegung sein und genau dann bin ich seit Beginn des Jahres mit im Vorstand und unterstützt den geschätzhörenden Vorstand damit Input aus der Baubrosche.

00:39:06: Sehr cool!

00:39:06: Sehr cool.

00:39:08: Apropos Bewegungen.

00:39:10: Ich meine jetzt bist du in zwei Vereinen voll dabei Und letztendlich kommt es ja auch immer so ein bisschen auf die Politik, auf den Gesetzgeber, auf das Land an sich an.

00:39:22: Ob eure Vorschläge auch wahrgenommen werden?

00:39:26: Ob eure Entwürfe, eure Vorsorge was man besser machen kann auch wirklich in die Umsetzung kommen.

00:39:33: Wie nimmst du denn aktuell hier die Akzeptanz eurer Vereine, euer Verbände, euere Organisationen denn wahr?

00:39:42: bringt das was?

00:39:44: Merkt man hier einen Fortschritt, merkt man auch einen gewissen Willen etwas zu machen oder ist da so okay?

00:39:51: ja schön aber wir wissen schon wie es geht.

00:39:54: Was ist denn da eine persönliche Wahrnehmung?

00:39:58: Also ganz persönlich bin ich eigentlich immer ein bisschen enttäuscht von der Politik dass sie so wenig dafür tut um die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die wir jetzt haben und die sich ja eigentlich genauso abzeichnen wie so vorhergesagt wurden.

00:40:20: Also mit den Hitzen, mit den Dürren, dass da einfach so wenig Einsicht ist und das wir so stark auf den alten Strukturen beharren.

00:40:32: Ich habe da vielleicht auch zu wenig Einblick also bin vielleicht zu wenig drin Und ich weiß nicht, ob du mir nachher noch die Frage stellst, wie ich die jungen Studenten motivieren soll.

00:40:43: Da käme nämlich das Thema geht in die Politik, denn dort sind einfach... da wären die Entscheidungen getroffen und verliert nicht den Kontakt zu denen, die operativ tätig sind.

00:40:57: Total schwierig!

00:40:59: stelle ich mir total schwierig vor, weil ich von allen Seiten bombardiert werde mit Infos und ja.

00:41:06: Und wir brauchen Unterfilting das!

00:41:09: Nur das ist für uns der richtige Weg, dass man da diesen Kontakt nicht verliert und das eigene Denken einfach mitnimmt.

00:41:19: Die Grundlage ist die Physik.

00:41:22: Die werden wir nicht ändern – die Welt braucht uns nicht, die Erde braucht uns aber wir brauchen die Erde.

00:41:30: Absolut und wir haben nur eine Erde.

00:41:32: Es gibt keine

00:41:33: Zweite.

00:41:34: All right, gut!

00:41:36: Ja dann blicken wir mal ein bisschen in die Zukunft der Bauprosche.

00:41:42: Mal ganz allgemein jetzt vielleicht Thema Nachhaltigkeit, vielleicht mal ein bissel abgesehen von Thema nachhaltigkeit Energieeffizienz.

00:41:50: Gibt es Trends?

00:41:52: Entwicklungen Technologien, die du aktuell besonders stark wahrnimmst wo du denkst, okay, hätte das für da auf jeden Fall einen großen Einfluss auch auf die Bauindustrie in Zukunft

00:42:06: haben.

00:42:07: Also als Gestalter der gebaute Umwelt betreffen uns natürlich diese Megatrends demografischer Wandel, Urbanisierung klar wir werden anders bauen müssen.

00:42:20: also Wohnungsbau Thema Nummer eins ganz klar die veränderten Lebenserfordernisse, auch in den Altersstrukturen werden uns ganz stark beeinflussen.

00:42:35: Auch dass immer mehr Leute in den Städten wohnen wollen und arbeiten werden.

00:42:41: Da müssen wir ganz klar uns darauf einstellen – und auch schnell!

00:42:45: Weil diese großen Generationen, die ja jetzt langsam in Rente gehen, diese Boomer-Generationen, Aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir hier sehr viel Betreuungsbedarf bekommen ist groß und da muss man natürlich auch von Seiten der Strukturierung der gebauten Umwelt Anpassungen vornehmen.

00:43:11: Die technologische Beschleunigung das wäre jetzt das klassische Thema Wärmepumpe und Photovoltaik und den ganzen Stromsektor auch die Mobilität im Rahmen Elektromobilität zum Autofahren ist ja das eine, aber auch die selbstfahrenden Taxis.

00:43:30: Die bedarfsorientierte Mobilität ist ein großes Thema Klimawandel-Ressourcenknappheit.

00:43:37: Das wird uns natürlich bei der klassischen Ingenieurbautätigkeit also Brückentunnel und so stark beschäftigen.

00:43:47: dann diese Sozialstrukturen, also dessen so die Megatrends, die einfach das Bauen extrem beeinflussen wird oder auch schon beeinflusst.

00:43:57: Die Frage immer brauchen wir denn noch vier- oder sechsspürige Autobahnen?

00:44:02: Wenn sich sowieso die fahrende Bevölkerung von alleine reduziert?

00:44:07: jetzt, brauchen wir Dinge noch, die wir gedacht haben ja vor zehn Jahren, fünfzehn Jahre unerlässlich?

00:44:13: Da muss man ein bisschen schneller umdenken.

00:44:17: Und ich würde mir halt wünschen, dass vor allem insgesamt der Mensch und die gebaute Umwelt im Zusammenspiel einfach stärker in den Fokus rückt.

00:44:28: Und das man hier die Potenziale dann da nutzt.

00:44:34: Jetzt hast du schon gesagt, das würdest du dir wünscht?

00:44:39: Angenommen, du hättest wirklich mal einen richtigen Wunsch frei.

00:44:42: jetzt nicht so, dass sie jetzt irgendwie stärker zusammenarbeiten sondern ein Wunscht... mit denen du die Baubrosche ändern oder auch umkrempeln könntest.

00:44:52: Wo würdest du denn da ansetzen, was wäre das?

00:44:55: Ich würde die nachhaltigen Werkstoffe billiger machen als die auf fossilen Rohstoffen geruhen.

00:45:07: Sprich

00:45:08: CO².

00:45:09: höhere CO²-Besteuerung

00:45:12: Egal wie, das war jetzt ja nicht die Frage.

00:45:16: Ich würde einfach die... Ja also ob es jetzt über CO²-Besteuerung oder dass wir einfach Rohstoffe bewerten und zwar im Rahmen ihrer Schäden diese in Zukunft anrichten Da schweben ja immer wieder so Beträge wie Vierhundert bis Achthundert Euro pro Tonne CO-Zwei im Raum.

00:45:40: Wir sind halt bei was nicht, Sechzig oder sowas?

00:45:44: Also wenn man die zukünftigen Schäden mit berücksichtigt, dass man das einfach richtig bewertet und dass man auch zum Beispiel Bodennutzung oder Versiegelungen oder einfach diese ganzen ... Ja Rohstoffe oder auch natürlichen Ressourcen, die wir haben viel stärker bewertet und sie nicht als geopolitische Erpressungs-Wateriasenpunkte auch verwendet.

00:46:16: Also das wäre mein großer Wunsch!

00:46:20: Okay alles klar.

00:46:22: Gut ja dann sind wir schon fast am Ende des Podcasts.

00:46:27: und zum Schluss habe ich mir natürlich eine ganz besondere Frage aufgehoben Und zwar die Frage nach deinem Lieblingsbauwerk.

00:46:34: Ich bin jetzt sehr gespannt, was denn dein Lieblungsbauwerk ist, Christiane?

00:46:39: Ja also darüber habe ich mir tatsächlich auch viele Gedanken jetzt gemacht und ich habe mir drei Bauwerke ausgesucht.

00:46:50: Das eine ist ein Bauwerk das relativ unscheinbar erscheint aber wenn man mal die Perspektive wechselt total spektakulär ist.

00:47:00: Das sind die Europaprücke und zwar, die Europabrücke wurde ja neunundfünfzig bis dreiundsechzig errichtet und war damals äh hatte damals den weltweit höchsten Brückenpfeiler.

00:47:14: Den sieht man nicht wenn man da drüber fährt aber wenn man die Perspektive wechselt dann sieht man das schon.

00:47:20: Die wird jetzt neu gebaut.

00:47:22: also ganz interessant vielleicht sich diese Baustelle mal anzuschauen.

00:47:28: ähnlicher Ort und zwar der Brenner Basistunnel.

00:47:33: Das wird, wenn er fertiggestellt ist, der weltweit längste Eisenbahntunnel und über diesem Tunnel an der höchsten Stelle sind tausend siebenhundert Meter Gebirge also unvorstellbar vorzustellen.

00:47:49: Und die beiden Bauwerke verbinden ja in Sprog mit zum Beispiel also Südtirol.

00:47:55: Also hier haben wir schon eine Verbindung.

00:47:57: Und das dritte Bauwerk, das ich mir herausgesucht habe, kombiniert beides – das eine spektakulär sichtbar und das andere Ingenieurtechnisch wahnsinnig spektakturär.

00:48:08: Und zwar ist es das, dass in der Zeltdach des München Olympia Stadions errichtete.

00:48:15: Auf der einen Seite diese Leichtigkeit und Durchsichtigkeit durch das Dach Und auf der anderen Seite im Kontrast die viertausend Tonnen schweren Betonfundamente, die im Olympia Park also bis zu dreißig Meter tief im Boden versenkt sind.

00:48:34: Also das habe ich mir rausgesucht und dieses Bauwerk wurde ja auch von der Bundesingenieurekammer als historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland ausgezeichnet Und ich denke, damit haben wir drei ganz interessante Bauwerke gewählt, die ich durchaus als meine Lieblingsbauwerke bezeichnen kann.

00:48:57: Sehr schön!

00:48:58: Auch super formuliert also vor allem auch das Olympia Stadino Allgemeines Olympia Zentrum München war ja auch schon selber dort ist einfach spektakulär, kann nicht nur jeden empfehlen und wenn der brenne Basis Zundl dann irgendwo mal fertig ist wird es auf jeden Fall auch ein spektakkuläres Bauwerk worauf aus der Baubranche wirklich sehr stolz sein können, was wir halt erschaffen haben.

00:49:22: Super!

00:49:23: Christiane ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei dir bedanken.

00:49:26: war eine super tolle Folge.

00:49:28: vielen Dank für den Austausch und dann wünsche ich dir auch für die Zukunft alles Gute und ganz viel Erfolg bei all deinen Projekten, die du noch vor hast.

00:49:35: Danke schön.

00:49:36: Mir hat es auch total Spaß gemacht und bin schon gespannt wer so die nächsten Gäste sind.

00:49:42: Sehr gut, sehr gut.

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